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Panikknopf bei häuslicher Gewalt: welche Hilfe es gibt und was du selbst tun kannst

Kurz gesagt: Wenn du häusliche Gewalt erlebst oder erlebt hast, bekommst du beim Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» (116 016) rund um die Uhr Unterstützung, und das Gewaltschutzgesetz ermöglicht Kontakt- und Näherungsverbote. Ein persönlicher Panikknopf wie Silncy ersetzt nichts davon: Er ist eine zusätzliche Ebene, die die Vertrauenspersonen alarmiert, die du auswählst. Und bevor du irgendeine Technik nutzt, frag dich eins: Hat er Zugriff auf dein Handy? Wenn ja, fang dort an.

Welche offizielle Hilfe es gibt

Anders als etwa in Spanien oder Frankreich gibt es in Deutschland kein bundesweit einheitliches Notrufgerät, das Betroffenen vom Staat gestellt wird. Es gibt aber Schutz, den du nutzen kannst:

  • Polizei (110). Sie kann den Täter aus der Wohnung verweisen und ihm für einige Tage die Rückkehr verbieten.
  • Gewaltschutzgesetz. Beim Familiengericht kannst du ein Kontakt- und Näherungsverbot beantragen und die gemeinsame Wohnung zugewiesen bekommen, auch im Eilverfahren.
  • Frauenhäuser und Fachberatungsstellen. Sie helfen bei einem sicheren Auszug, bei Anträgen und bei einem persönlichen Sicherheitsplan. Das Hilfetelefon vermittelt dich weiter.

Vor jeder App: Ist dein Handy sicher?

In vielen gewaltvollen Beziehungen kontrolliert der Täter das Telefon: Er liest Nachrichten, kennt den Entsperrcode, teilt «aus Liebe» deinen Standort oder hat ohne dein Wissen eine Spionage-App installiert. Wenn das bei dir so ist:

  • Jede App, die du installierst, kann er sehen, auch Silncy. Wenn es dich gefährden könnte, dass er sie entdeckt, installiere sie nicht auf diesem Handy.
  • Alles auf einmal zu ändern, ist auch ein Signal. Fachstellen raten, Gewohnheiten nicht plötzlich umzustellen und heikle Dinge von einem anderen Gerät aus zu erledigen: dem einer Freundin, einem Diensthandy oder einem öffentlichen Computer.
  • Prüfe, wer deinen Standort sieht: Google, Apple, WhatsApp und «Familien»-Apps können ihn teilen.
  • Anrufe beim Hilfetelefon erscheinen in der Anrufliste. Lösche sie, wenn nötig.

Wann ein persönlicher Knopf helfen kann

Wenn du nicht mehr mit ihm zusammenwohnst, er aber in der Nähe bleibt: Er wartet nach der Arbeit auf dich, taucht dort auf, wo du bist, oder ihr müsst euch zur Übergabe der Kinder treffen. In solchen Momenten kann es ihn provozieren, wenn du dein Handy herausholst, oder er nimmt es dir weg. Silncy ist ein kleiner Knopf für die Tasche, den Schlüsselbund oder die Kleidung. Ein Druck, ohne das Handy herauszuholen, und deine ausgewählten Vertrauenspersonen bekommen einen Alarm mit deinem Live-Standort. Dass er rausgegangen ist, bestätigt dir ein Ton, der wie eine ganz normale Benachrichtigung klingt. Mehr Details findest du unter Was ist ein persönlicher Panikknopf.

Damit es wirklich funktioniert, brauchen deine Kontakte die Silncy-App, müssen deine Situation kennen und wissen, was zu tun ist. Zum Beispiel: «Wenn du einen Alarm von mir bekommst, ruf die 110 an und gib ihnen meinen Standort; ruf mich nicht an.» Sprecht das vorher ab.

Was Silncy nicht kann

  • Es alarmiert weder die Polizei noch eine Notrufzentrale: Es alarmiert die Menschen, die du auswählst.
  • Es ersetzt weder eine gerichtliche Schutzanordnung noch die 110.
  • Es hängt vom Handy ab: Der Knopf spricht per Bluetooth mit der App. Ohne Netz sendet der Knopf weiter, bis das Handy wieder Empfang hat.

Ein Sicherheitsplan, auch ein kleiner

  • Ein Codewort mit zwei oder drei Menschen, das «ruf die 110» bedeutet.
  • Beweise außerhalb des Handys sichern (Nachrichten, Fotos, Daten), in einem E-Mail-Konto oder einer Cloud, die er nicht kennt.
  • Wichtige Dokumente griffbereit: Ausweis, Krankenkassenkarte, Unterlagen der Kinder und etwas Geld.
  • Wege und Zeiten variieren, wenn er dich beobachtet.

Für Momente, in denen er dich direkt bedroht und du nicht ans Handy kommst, findest du weitere Techniken unter Hilfe holen, ohne das Handy zu benutzen.

Hilfe

  • 110 — Polizei. Wenn du gerade in Gefahr bist, ruf an.
  • 112 — Rettungsdienst und Feuerwehr, in der ganzen EU.
  • 116 016 — Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen»: rund um die Uhr, kostenlos, anonym und in vielen Sprachen, auch per Chat.

FAQ

Gibt es in Deutschland einen staatlichen Notrufknopf für Betroffene?

Ein bundesweit einheitliches Gerät wie das spanische ATENPRO gibt es nicht. Schutz bieten die Polizei (110), Kontakt- und Näherungsverbote nach dem Gewaltschutzgesetz und die Fachberatungsstellen, die dir das Hilfetelefon 116 016 vermittelt.

Kann ich Silncy zusätzlich zu einer Schutzanordnung nutzen?

Ja. Die Schutzanordnung verbietet ihm den Kontakt; Silncy alarmiert deine Vertrauenspersonen mit deinem Standort, falls er trotzdem auftaucht. Das sind zwei unterschiedliche Ebenen.

Kann er herausfinden, dass ich Silncy habe?

Wenn er Zugriff auf dein Handy hat, kann er die App sehen. Besprich das vor der Installation mit einer Fachstelle, zum Beispiel über das Hilfetelefon 116 016.

Wer sieht meinen Standort?

Nur die Kontakte, die du ausgewählt hast, und nur, wenn du den Alarm auslöst.

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Dieser Artikel dient der Information. Wenn du in Gefahr bist, ruf die 110 an. Das Hilfetelefon 116 016 ist rund um die Uhr kostenlos und anonym für dich da.